Bischofssiegel von Garland F. Byers, Jr.: ein goldenes Kreuz, das Licht ausstrahlt; die Heilige Bibel, von der Blitze ausgehen, die sich um einen Drachen winden, der sich um die Weltkugel ringelt; Sturmwolken und tosende Wasser; ein blaues Feld innerhalb eines goldenen Randes mit der Inschrift Garland F. Byers, Jr., Episcopus, und dem Wahlspruch Euntes in Mundum Universum

Das Bischofssiegel

Der HochwürdigsteGarland F. Byers, Jr., J.D., D.D.

Bischof für die Völker, unter apostolischem Auftrag


Das Siegel ist das persönliche Zeichen des Bischofs. Es wird auf seine Briefe, seine Schriften und seine Dokumente gesetzt, und es steht an der Spitze dieses Dienstes am Evangelium durch das geschriebene Wort.

Ein eigenes Siegel gehört seit Langem zum Bischofsamt. Seit den frühen Jahrhunderten siegelten Christen mit Siegelringen, die christliche Sinnbilder trugen; Clemens von Alexandria, der um das Jahr 200 n. Chr. schrieb, riet den Gläubigen, ihre Siegel sollten „eine Taube oder einen Fisch oder ein Schiff, das vor dem Wind dahineilt, oder eine musikalische Leier … oder einen Schiffsanker“ tragen.1 Im 12. Jahrhundert war es in der ganzen Kirche feste Gewohnheit der Bischöfe, ein eigenes Siegel zu führen.2 Ein solches Siegel zeigt in Bildern, was dem Bischof am wichtigsten ist, und ruft es während seines ganzen Dienstes in Erinnerung.

So verhält es sich auch mit diesem Siegel. Jedes Element darauf hat für den Bischof in seiner eigenen Berufung zu Christus eine persönliche Bedeutung. Es steht eine Geschichte dahinter; diese Geschichte wird hier nicht erzählt, doch sie ist dem Bischof bekannt und ist seine eigene. Die Bedeutung jedes Elements wird im Folgenden dargelegt, mit den Schriftstellen, auf denen sie beruht.

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Das goldene Kreuz

In der Mitte des Siegels steht das Kreuz Jesu Christi. Dort triumphierte Er über den Tod und gewann das ewige Leben für alle, die an Ihn glauben. Durch Sein Leiden, Seine Kreuzigung, Seinen Tod und Seine Auferstehung bezahlte Er die Schuld der Sünde, die Gott seit dem Sündenfall des Menschen im Garten Eden geschuldet war.

„Derhalben, wie durch einen Menschen die Sünde ist gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündigt haben.“Römer 5,12
„Welcher unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden.“1. Petrus 2,24

Das Kreuz ist das Zeichen dieses Sieges. An ihm hat Christus „ausgetilgt die Handschrift, so wider uns war, welche durch Satzungen entstand, … an das Kreuz geheftet; und hat ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen und sie schaugetragen öffentlich und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst“ (Kolosser 2,14–15). Die Verheißung des Kreuzes ist Leben ohne Ende: „Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16).

Das Kreuz verkündet auch, dass die, die an Ihn glauben, diesen Sieg bereits errungen haben:

„Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? … Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern HERRN Jesus Christus!“1. Korinther 15,55.57

Sie werden mit Ihm ewig in Seinem Reich herrschen: „Dulden wir, so werden wir mitherrschen“ (2. Timotheus 2,12), und „sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offenbarung 22,5).

Das Kreuz ist aus Gold, um zu zeigen, dass es den Christen reinigt. Das Blut Jesu ist wie ein läuterndes Feuer: „das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde“ (1. Johannes 1,7). Wie Gold im Feuer gereinigt wird, so wird der Christ von aller Sünde gereinigt. Vom Herrn steht geschrieben: „Er ist wie das Feuer eines Goldschmieds … Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber“ (Maleachi 3,2–3).

Zuweilen begegnen Christen Prüfungen und Trübsalen. Diese sind als Gold anzusehen, das im Feuer geprüft wird, damit die, die dem Kreuz treu bleiben, das ewige Leben haben:

„In derselben werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wo es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewährt wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun offenbart wird Jesus Christus.“1. Petrus 1,6–7
„Er aber kennt meinen Weg wohl. Er versuche mich, so will ich erfunden werden wie das Gold.“Hiob 23,10

Der Herr selbst rät: „Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchläutert ist, daß du reich werdest“ (Offenbarung 3,18). Den Treuen verheißt Er: „Sei getrost bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“ (Offenbarung 2,10).


Die Lichtstrahlen

Die Lichtstrahlen, die hinter dem Kreuz hervorleuchten, bedeuten, dass das Kreuz das Licht der Welt ist. Der Herr sprach: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Johannes 8,12).

Die Strahlen bedeuten auch, dass die, die Christus nachfolgen, Kinder des Lichts sind. „Glaubet an das Licht, dieweil ihr es habt, auf daß ihr des Lichtes Kinder seid“ (Johannes 12,36). „Ihr seid allzumal Kinder des Lichtes und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis“ (1. Thessalonicher 5,5). „Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem HERRN. Wandelt wie die Kinder des Lichts“ (Epheser 5,8–9).

Christen sollen der Welt eine Leuchte sein, jeder ein Strahl dieses Lichts:

„Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. Also laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“Matthäus 5,14–16

Das tun sie, indem sie die Gegenwart des Heiligen Geistes empfangen und den Geist in ihnen durch ihr Leben hervorleuchten lassen. Dann leuchtet das Licht der Wahrheit aus ihrem Leben, und dieses Leben wird zu einem lebendigen Opfer: „Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst“ (Römer 12,1). Dann können andere auf die Christen blicken und sehen, dass sie anders sind, „ohne Tadel und lauter und Gottes Kinder, unsträflich mitten unter dem unschlachtigen und verkehrten Geschlecht, unter welchem ihr scheinet als Lichter in der Welt“ (Philipper 2,15). Christen sind das Licht der Welt, weil sie dem Licht der Welt nachfolgen, dem Menschen Jesus selbst, der der Christus ist.


Die Heilige Bibel

Die Heilige Bibel ist die Regel und Richtschnur des Glaubens, das irrtumslose Wort Gottes:

„Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.“2. Timotheus 3,16–17

Sie ist dem Christen gegeben, damit er sie als Schwert gebraucht, „das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes“ (Epheser 6,17):

„Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert, und dringt durch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“Hebräer 4,12

So gebrauchte es der Herr selbst. Als Jesus in die Wüste geführt wurde, „auf daß er von dem Teufel versucht würde“, antwortete Er auf jede Versuchung mit dem geschriebenen Wort:

Da verließ Ihn der Teufel (Matthäus 4,11).

Die Heilige Bibel ist der Maßstab, nach dem der Christ sein Leben führt: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“ (Psalm 119,105); „dein Wort ist die Wahrheit“ (Johannes 17,17). Sie besteht ewig: „HERR, dein Wort bleibt ewiglich, soweit der Himmel ist“ (Psalm 119,89); „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Matthäus 24,35).

Sie hält für alle Zeit fest, wie der Gläubige das ewige Leben erlangen kann: „Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen“ (Johannes 20,31). Und sie verherrlicht Gott und Seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn und Heiland Jesus Christus: „Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeuget“ (Johannes 5,39).


Die Blitze

Die Lichtströme, die von der Heiligen Bibel ausgehen und sich um den Drachen und die Welt winden, sind Blitze. Sie gehen aus dem Wort Gottes hervor und verwunden den Drachen. Das Wort Gottes ist die mächtigste Kraft im Universum: „Ist mein Wort nicht wie Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?“ (Jeremia 23,29). Die Schrift spricht davon, dass die Blitze des Herrn gegen Seine Feinde ausgehen: „er ließ sehr blitzen und schreckte sie“ (Psalm 18,15); „Laß blitzen und zerstreue sie; schieße deine Strahlen und schrecke sie“ (Psalm 144,6).

Wenn der Christ das Wort Gottes spricht, ist es dem Feind schmerzlich und trifft ihn wie ein Blitzschlag. Als die Siebzig voll Freude zurückkehrten – „es sind uns auch die Teufel untertan in deinem Namen“ –, antwortete der Herr:

„Ich sah wohl den Satanas vom Himmel fallen als einen Blitz. Sehet, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen.“Lukas 10,18–19

Der Blitz trifft den Drachen selbst, „die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt“ (Offenbarung 12,9), und er trifft die, die ihm folgen. Er trifft im geistlichen Bereich, „denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel“ (Epheser 6,12), und in der ganzen Welt, wo er wirkt. So haben die Heiligen „ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses“ (Offenbarung 12,11), und so ist jedem Gläubigen verheißen: „Widerstehet dem Teufel, so flieht er von euch“ (Jakobus 4,7).


Der Drache

Der Drache versinnbildlicht Satan, den die Schrift oft den Drachen nennt: „Und er griff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufel und Satan“ (Offenbarung 20,2).

Er ist um die Welt gewunden, weil die Schrift bezeugt, dass er der Gott dieser Welt ist: „… der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinn verblendet hat, daß sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Klarheit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes“ (2. Korinther 4,4). Der Herr nannte ihn „der Fürst dieser Welt“ (Johannes 12,31), und der Apostel Johannes schrieb, dass „die ganze Welt im Argen liegt“ (1. Johannes 5,19). Er hat diese gefallene Welt weit mehr im Griff, als der Christ weiß oder versteht. Seit dem Sündenfall im Garten Eden reicht sein böser Einfluss in alles hinein, was dem Christen Tag für Tag begegnet. Er ist der Fürst, „der in der Luft herrscht“, der Geist, „der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens“ (Epheser 2,2), und „euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge“ (1. Petrus 5,8).

Der Drache reckt sich dem Kreuz entgegen, um den offenen Trotz des Teufels gegen das Wort Gottes zu zeigen. Er zeigt seine Ablehnung Gottes, Seines Christus und alles Heiligen, und seine offenkundige Absicht, sich allem zu widersetzen, was Gott seit Anbeginn der Zeit in Gang gesetzt hat. Vor allem zeigt er seine Absicht, die Menschheit zu vernichten, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen ist: „Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib“ (1. Mose 1,27). Von ihm sagte der Herr: „Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm“ (Johannes 8,44). „Und der Drache ward zornig über das Weib und ging hin zu streiten mit den übrigen von ihrem Samen, die da Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu Christi“ (Offenbarung 12,17).

Er verharrt in diesem Trotz, mit seinem abtrünnigen Heer und den bösen Menschen in der Welt, die ihm folgen, bis er samt allen seinen Anhängern in den feurigen Pfuhl geworfen wird, wie das Buch der Offenbarung berichtet:

„Und der Teufel, der sie verführte, ward geworfen in den feurigen Pfuhl und Schwefel, da auch das Tier und der falsche Prophet war; und sie werden gequält werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit.“Offenbarung 20,10
„Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!“Matthäus 25,41

Die Weltkugel

Die Weltkugel hat ihre eigene Bedeutung, unabhängig von dem Drachen, der sich um sie ringelt. Sie ist die Erde, Gottes Schöpfung. Als Gott Sein Werk vollendet hatte, heißt es: „Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut“ (1. Mose 1,31).

Die Erde wurde dem Menschen durch göttlichen Auftrag gegeben:

„Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“1. Mose 1,28
„Der Himmel allenthalben ist des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.“Psalm 115,16

Der Mensch verwirkte diese Herrschaft, als er Gott im Garten Eden ungehorsam war und von der verbotenen Frucht aß: „verflucht sei der Acker um deinetwillen“ (1. Mose 3,17).

Christus gebietet Seinen Nachfolgern, Ihm zu gehorchen: „Liebet ihr mich, so haltet ihr meine Gebote“ (Johannes 14,15). Er sandte Seine Apostel zu allen Völkern:

„Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“Matthäus 28,19–20

Er sandte sie, damit diese Welt erlöst und wieder in das rechte Verhältnis zu Gott gebracht werde und der Mensch die Herrschaft über die Erde ausübe, wie Gott es ursprünglich vorgesehen hat. Denn „auch die Kreatur wird frei werden vom Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ (Römer 8,21).

Davon spricht das Vaterunser: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel“ (Matthäus 6,10). In diesen Worten erklärt Jesus selbst, dass Gott die Wiederherstellung der Erde zu der Ordnung will, die Er ursprünglich vorgesehen hat. Ihre Wiederherstellung bedeutet, dass der Teufel, Satan, durch das Wort Gottes und durch das Opfer unseres Herrn und Heilands Jesus Christus besiegt worden ist. Dann gilt: „Es sind die Reiche der Welt unsers HERRN und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offenbarung 11,15). Die Erlösten werden sagen: „und wir werden Könige sein auf Erden“ (Offenbarung 5,10).

Dieses Sinnbild auf dem Siegel erinnert jeden Christen an die Pflicht, das Reich Gottes auf Erden offenbar zu machen. Jesus predigte: „Tut Buße, das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“ (Matthäus 4,17), und Er sandte Seine Jünger aus, um zu sagen: „Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen“ (Lukas 10,9). Wo Jesus gegenwärtig ist, da ist das Reich gegenwärtig. So wird es sein am Tag Seines Triumphes über den Drachen, wenn der Mensch wieder die Herrschaft über die Erde ausübt, wie Gott es ursprünglich vorgesehen hat.


Die Sturmwolken und die tosenden Wasser

Die Sturmwolken stehen für den Wind, der hier der Heilige Geist ist. Der Herr selbst verglich den Geist mit dem Wind: „Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist“ (Johannes 3,8). Zu Pfingsten kam der Geist als ein Brausen „wie eines gewaltigen Windes“ (Apostelgeschichte 2,2). Im Anfang heißt es: „Der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser“ (1. Mose 1,2).

Wenn der Christ das Wort Gottes gebraucht und der Blitz die Schlange und ihre Anhänger im Geist trifft, bewegt sich der Heilige Geist als heiliger Wind und als Sturm. Diese Bewegung erschüttert selbst die Wasser der Erde, denn „die Stimme des HERRN geht über den Wassern; der Gott der Ehren donnert, der HERR über großen Wassern“ (Psalm 29,3). Die ganze Erde wird berührt vom Glauben des Gläubigen an das Wort Gottes und von seinem Gebrauch desselben als Schwert. Wenn es recht gebraucht wird, bewegt sich der Heilige Geist in Herrlichkeit, Macht und Herrschaft. So war es bei der frühen Kirche: „Und da sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, da sie versammelt waren; und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit“ (Apostelgeschichte 4,31).

Die Sturmwolken und die tosenden Wasser antworten dem Christen: seinem Gebrauch des Wortes Gottes und seinem Anrufen des Heiligen Geistes im Glauben an Jesus Christus, unseren Herrn und Heiland. Der Herr selbst „bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich, und es ward eine große Stille“, und Seine Jünger fragten: „Wer ist der? denn Wind und Meer sind ihm gehorsam“ (Markus 4,39.41). Dieselbe Vollmacht verhieß Er denen, die glauben:

„Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer! und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, daß es geschehen würde, was er sagt, so wird's ihm geschehen, was er sagt.“Markus 11,23

Wenn es also auch heißt, dass die Welt unter der Herrschaft des Teufels liegt, so triumphiert doch das Wort Gottes. Es gibt dem Christen Vollmacht über das, was der Mensch beim Sündenfall im Garten Eden an Satan abgetreten hat. Durch das Wort Gottes, durch das kostbare Blut und Opfer Jesu Christi und durch Seine Vollmacht wird der Gläubige an seinen rechtmäßigen Platz zurückversetzt. Wenn er das göttliche Wort der Schrift ausspricht, antwortet die Erde selbst, und der Heilige Geist ist das Mittel dieser Antwort. Der Geist verleiht dem Gebet des Christen Kraft: „der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen“ (Römer 8,26). Der Geist verleiht auch seinen Befehlen im Geist Kraft, selbst über das, was verwirkt worden war, so groß ist die Herrlichkeit Jesu Christi, unseres Herrn und Heilands: „Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun“ (Johannes 14,14).

Die Schrift überliefert die eigenen Worte des Herrn: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ (Matthäus 28,18). Die an Christus glauben, erlangen Zugang zu dieser Macht durch das kostbare Blut des Lammes und durch ihren Glauben an Ihn.


Die Farben: Das blaue Feld und der goldene Rand

Das blaue Feld ist der Himmel. Seit Anbeginn hat der Mensch zum Himmel emporgeblickt, wenn er zu Gott sprach: „Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel sitzest“ (Psalm 123,1). Der Herr lehrte Seine Jünger beten: „Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt“ (Matthäus 6,9).

Das Blau steht für die himmlischen Bereiche, in die der Christ in Gebet und Flehen eintritt. Es ist der Ort des Thrones Gottes: „So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meine Fußbank“ (Jesaja 66,1). Dieser Thron ist für den Christen unsichtbar und unerkennbar, doch er blickt im Glauben durch Christus Jesus zu ihm hin, „denn wir wandeln im Glauben, und nicht im Schauen“ (2. Korinther 5,7). Er tritt hinzu „mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird“ (Hebräer 4,16).

„Das Geheimnis ist des HERRN, unsers Gottes; was aber offenbart ist, das ist unser und unserer Kinder ewiglich“ (5. Mose 29,28). Dem Menschen ist genug Erkenntnis gegeben, um sein Heil zu sichern. Sie kommt durch das geschriebene Wort der Heiligen Bibel, durch die heilige Schrift, von der es heißt: „… kann dich dieselbe unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum Jesum“ (2. Timotheus 3,15). Sie kommt auch durch die Unterweisung, die Lehre und das Vorbild unseres Herrn und Heilands Jesus Christus.

Wenn der Christ sein Herz im Gebet erhebt, steigt es in den Himmel auf, in das Blau, das für die himmlischen Bereiche steht: „Laßt uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel!“ (Klagelieder 3,41). „Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Räuchopfer, mein Händeaufheben wie ein Abendopfer“ (Psalm 141,2). „Und der Rauch des Räuchwerks vom Gebet der Heiligen ging auf von der Hand des Engels vor Gott“ (Offenbarung 8,4).

Der goldene Rand spricht von der Reinigung des Christen, wie sie oben beim goldenen Kreuz dargelegt ist. Der Glaube an Jesus Christus und an die Kraft Seines Blutes ist ein läuterndes Feuer, das den Menschen läutert, wie Gold im Feuer geläutert wird. „Und ich will den dritten Teil durchs Feuer führen und läutern, wie man Silber läutert, und prüfen, wie man Gold prüft. Die werden dann meinen Namen anrufen, und ich will sie erhören“ (Sacharja 13,9). Hier steht das Gold für den geläuterten Christen, der voll und ganz an Jesus Christus glaubt und auf Ihn vertraut: „Ein König aller Könige und ein HERR aller Herren“ (Offenbarung 19,16).


Die Inschrift

Um den Rand läuft die Inschrift „GARLAND F. BYERS, JR. ✠ EPISCOPUS“. Der Name kennzeichnet das Siegel als das eigene des Bischofs. Episcopus ist das lateinische Wort für Bischof. Es kommt vom griechischen episkopos, „Aufseher“, dem Wort, das St. Paulus gebrauchte, als er die Ältesten von Ephesus ermahnte:

„So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welche euch der heilige Geist gesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat.“Apostelgeschichte 20,28

Zusammen bedeuten der Name und der Titel, dass der Bischof an dem geistlichen Kampf teilhat, der täglich geführt wird: „Denn die Waffen unsrer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig vor Gott, zu zerstören Befestigungen“ (2. Korinther 10,4). Er ist ein Mitglied der Regierung Gottes, zum Bischofsamt geweiht und beauftragt, die wahre Lehre zu verkünden und nicht zu schweigen. Denn „ein Bischof soll untadelig sein als ein Haushalter Gottes, … und haltend ob dem Wort, das gewiß ist, und lehrhaft, auf daß er mächtig sei, zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher“ (Titus 1,7.9).

Zu schweigen würde als Sünde angerechnet: „Denn wer da weiß Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde“ (Jakobus 4,17). Der Herr warnte den Wächter, der das Schwert kommen sieht und die Trompete nicht bläst: „ihr Blut will ich von des Wächters Hand fordern“ (Hesekiel 33,6). St. Paulus sprach: „Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte!“ (1. Korinther 9,16).

Die Inschrift erinnert an das Gleichnis von den Talenten (Matthäus 25,14–30). Ein Herr übergab vor einer Reise seine Güter seinen Knechten, und zwei von ihnen handelten damit und verdoppelten, was ihnen gegeben war. Zu jedem von ihnen sprach der Herr: „Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude!“ (Matthäus 25,21). Der dritte vergrub sein Talent in der Erde, und der Herr antwortete ihm: „Du Schalk und fauler Knecht!“ (Matthäus 25,26). Das Gleichnis erinnert den Bischof an seine feierliche Verpflichtung:

Der Bischof weiß nicht, warum er berufen wurde. Er weiß nur, dass er berufen wurde, und diese Tatsache allein verleiht ihm Vollmacht und Verantwortung. „Ihr habt mich nicht erwählt; sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe“ (Johannes 15,16). Denn „Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen“ (Römer 11,29). Von denen, welchen viel gegeben ist, wird viel verlangt: „Denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen“ (Lukas 12,48).

Die kleinen Kreuze beim Namen des Bischofs und beim Wort Episcopus bedeuten, dass er ein Bischof des Kreuzes ist, ein Bischof in der Kirche unseres Herrn und Heilands Jesus Christus. Sie zeigen, wie sowohl sein Name als auch sein Amt in Beziehung zu Christus stehen. „Es sei aber ferne von mir, mich zu rühmen, denn allein von dem Kreuz unsers HERRN Jesu Christi, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt“ (Galater 6,14). Der Bischof schuldet Christus, und Gott, Treue über alle Dinge. Die Kreuze stehen für diesen Gehorsam, der allein Gott geschuldet ist:

„Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“Lukas 9,23
„Niemand kann zwei Herren dienen.“Matthäus 6,24
„Man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen.“Apostelgeschichte 5,29

Der Wahlspruch

Der Wahlspruch Euntes in Mundum Universum, „Hingehend in alle Welt“, steht im Gold des Siegels. Er steht in Gold, weil der Bischof, ordnungsgemäß geweiht, durch das Feuer des Heiligen Geistes geläutert worden ist und die heiligen Weihen empfangen hat. Diese Weihen legen ihm nun eine Verantwortung für die Ausbreitung des Evangeliums auf, die weit schwerer wiegt als die, die er zuvor trug. Dieses Feuer wird mit jeder sakramentalen Handlung, die er vollzieht, von Neuem entfacht. Wie St. Paulus an Timotheus schrieb: „… erinnere ich dich, daß du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände“ (2. Timotheus 1,6).

Die Worte sind der Auftrag der Apostel und ihrer Nachfolger, der Bischöfe. Sie sind Christi eigenes Gebot:

„Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.“Markus 16,15

Das Wort Gottes und das Evangelium Jesu Christi sollen allen Völkern der Welt gepredigt und zugänglich gemacht werden: „Und es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker“ (Matthäus 24,14). Darum trägt der Bischof den Titel Bischof für die Völker. Christi Auftrag in Markus 16,15 verpflichtet jeden, der in Seinen Dienst berufen ist, in alle Welt zu gehen und das Evangelium aller Kreatur zu predigen.

In vergangenen Zeiten bedeutete dies, leiblich zugegen zu sein: zu reisen, hinauszugehen und das Wort Gottes zu verbreiten. In der gegenwärtigen Zeit bedeutet es für den Bischof auch, das Wort Gottes und die wahre Lehre zu schreiben und zu veröffentlichen und im World Wide Web zugänglich zu machen, damit alle Völker es lesen können, wenn sie es wünschen. „Schreib das Gesicht und male es auf eine Tafel, daß es lesen könne, wer vorüberläuft!“ (Habakuk 2,2). „Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?“ (Römer 10,14).

Das Wort Gottes und Jesus Christus anzunehmen ist eine persönliche Entscheidung, und sie darf niemandem aufgezwungen werden. „Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt“ (Josua 24,15). „Und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Offenbarung 22,17). Der Herr spricht: „Wer böse ist, der sei fernerhin böse, und wer unrein ist, der sei fernerhin unrein; aber wer fromm ist, der sei fernerhin fromm, und wer heilig ist, der sei fernerhin heilig“ (Offenbarung 22,11).

Es ist das Werk und die Aufgabe des Bischofs, das Wort Gottes und das Evangelium Jesu Christi Gläubigen und Nichtgläubigen gleichermaßen darzulegen. Beim Gläubigen kann der Glaube neu entfacht, gestärkt und gefestigt werden, wie der Herr Petrus auftrug: „wenn du dermaleinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder“ (Lukas 22,32). Den Nichtgläubigen kann es zum Glauben an Jesus Christus führen, den Herrn und König, „so kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber aus dem Wort Gottes“ (Römer 10,17).


Anmerkungen

1Clemens von Alexandria, Der Erzieher (Paidagogos), Buch 3, Kap. 11.

2Encyclopædia Britannica, s.v. „sigillography“.

Bischofssiegel von Garland F. Byers, Jr.: ein goldenes Kreuz, das Licht ausstrahlt; die Heilige Bibel, von der Blitze ausgehen, die sich um einen Drachen winden, der sich um die Weltkugel ringelt; Sturmwolken und tosende Wasser; ein blaues Feld innerhalb eines goldenen Randes mit der Inschrift Garland F. Byers, Jr., Episcopus, und dem Wahlspruch Euntes in Mundum Universum

Euntes in Mundum Universum: „Gehet hin in alle Welt“ (Markus 16,15, Luther 1912).